Diese Woche in Schweizer Musik mit Anna & Stoffner, Tim Freitag u.v.m.


Anna & Stoffner

Wir lieben Schweizer Musik und die Künstlerinnen, die die Szene lebendig machen. Darum widmen wir unseren Schweizerheldinnen hier jeden Freitag einen Platz, wo wir für dich zusammenfassen, was diese Woche in der Schweizer Musikszene passiert ist.


Wer uns diese Woche den Kopf verdreht hat

Das neue Album von Anna & Stoffner ist eine Wucht. Dystopische Beats, simple aber einprägsame Gitarrenstimmen von Flo Stoffner und einer Mischung aus grosser Lyrik von Rapperin Anna Frey.

Der Opener “zu Ihm” erschien bereits am 14. Februar als Singleauskopplung und stimmt einen perfekt auf die Reise ein, die man mit Anna & Stoffner antritt, wenn man sich das ganze Album als Hörerlebnis gönnt. Was man unbedingt tun sollte. Das Gesamtwerk trifft den Zeitgeist, wie wir das schon lange nicht mehr gehört haben.

So zum Beispiel im Song “Pyramide”, in dem Frey rappt: “Alles hell, kei Schatte wo halt git und so heb ich mich mit all minere Chraft a mir. Ich hebe mini eigeni Hand, nimm mich selber in Arm. Ich lege min Chopf uf min Schoss.” Und: “Ich bi das wo blibt, mis eigne Denkmal. Es bestaht us mir, erschaffe dur mich.” Der Song fängt perfekt dieses Gefühl ein, dass man an diesen Tagen hat, an denen man sich einfach nur alleine fühlt. Und das Gefühlt hat man kann auf niemanden zählen, ausser sich selbst.

Die Songs sind durchs Band klug. “Gold” ist eine schlagfertiges kritisches Stück, das alle berührt, die auch denken, dass an diesem System einfach etwas nicht funktioniert. “Soft & Radical” ist ein Begriff, der sich in jüngster Zeit auf Social Media etabliert hat. Anna & Stoffner leifern mit “So Hert” den Track zum Slogan. Um es super hochgestochen zu sagen: Das Album “Gold” von Anna & Stoffner hat etwas kafkaeskes. Anna & Stoffner haben ein Werk erschaffen, das radikale Ehrlichkeit zelebriert, bis sie fast weh tut.

13. März, Le Singe in Biel
20. März, Albumfeier Helsinki in Zürich
27. März, Humbug in Basel

Mit wem wir uns einen Whiskey teilen möchten

Alban Ringli ist Sänger der Band The Circle Brothers und veröffentlicht nun mit Brother A sein Soloprojekt und das Debütalbum “Dreams From The Past”. Die Songs werden vorwiegend durch Ringlis Stimme getragen. Perfekt untermalt mit Streichern und akustischer Gitarre, so etwa im Song “When My Baby’s Gone”.

Die Stimmung des Albums hat grundsätzlich etwas melancholisches. Ein Song, der uns besonders geblieben ist, heisst “Ain’t No Grave” und animiert uns dazu mit genau diesem Song im Ohr durch den Regen zu spazieren. “Last Tango” bringt eine willkommene Abwechslung in den Songmix.

Wir würden wärmstens empfehlen, das Album an einem Regentag mit einem Glas Whiskey zu hören. Regen können wir an der Plattentaufe am 21. März in der Marsbar nicht garantieren. Aber einen Whiskey bekommt man dort bestimmt.

Wieso wir mit Tim Freitag und Sebalter das Corona Virus verfluchen

Eigentlich wäre am Freitag Sebalters Album “Gente Simpatica” erschienen. Aufgrund der aktuellen Corona Lage wurde das Ding mit den dazugehörigen Konzerten verschoben. Wir hoffen, dass unser ehemaliger Eurovision-Schnügel baldmöglichst alles reibungslos nachholen kann.

Dasselbe hoffen wir auch für die anderen Schnügels von Tim Freitag. Die Zürcher Band hätte am Sonntag eigentlich ihr allererstes super super lang ersehntes Album getauft. Aber auch ihnen ist das Corona Virus dazwischen gekommen. Am Mittwoch haben sie dafür live bei SRF 3 gespielt. Wir haben uns das Ding angehört und sind einfach ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht live dabei sein konnten. Dafür haben wir das Wohnzimmer zu Schutt und Asche getanzt. Wir schicken euch die Rechnung dann später. Und haltet uns auf dem Laufenden, wann denn nun endlich eure Albumtaufe ist, ja? Wir müssen da dann auch noch auf euren Best-Talent-Erfolg anstossen.

Die fünf Buben sind nämlich das SRF Best Talent vom März. Wir finden absolut verdient und öffnen schon jetzt den Champagner! Wer das ganze Konzert nochmal hören will: Am Sonntag spielen sie nochmal bei SRF 3 und zwar das ganze Set des Konzerts. Wir packen schon einmal Luftpolsterfolie um unsere Möbel…

Wieso wir schon wieder Tim Freitag erwähnen

Tim Freitag gibt es schon eine halbe Ewigkeit. Aber mindestens doppelt so lange ging es, bis die Zürcher Buben ihr Debütalbum veröffentlichten. Jetzt haben sie mit “Monsters Forever” unsere kollektiven Gebete erhört und uns am Freitag das Album gegeben, das wir schon so lange wollten. Beim Opener wird uns schon ganz warm ums Herz. Wer bei “By Your Side” still sitzen kann, mit dem funktioniert etwas nicht, so unsere Meinung.

Upbeat Indie Songs sind genau das, was wir gebraucht haben, um durch den kommenden Frühling zu tanzen. Etwa “Hot, Cold, With & WIthout You” bringt uns dazu, rhythmischer denn je ins Büro zu power walken.

Die vier Boys besingen das, was uns alle immer beschäftigt: Romanze, Heartbreak und Schmetterlinge im Bauch. Mit “Call Me”, der kürzlich als Singleauskopplung erschienen ist, tanzten sie mit uns schon den Tindertango. Mit ihrem neuen Album “Monsters Forever” zeigen sie, dass sie cleveres und eingängiges Songwriting einfach absolut im Griff haben. Wir freuen uns schon jetzt auf den Verschiebungstermin am 7. Juni. Denn die ganze Wucht entfaltet Tim Freitag live dann erst recht. Die Kletterübungen von Janick Pfenninger und die energetischen Shows sind immer eine Reise aus dem Haus wert.

15.03. Konzert auf SRF 3
07.06. Plattentaufe, Kaufleuten in Zürich

Weswegen wir ein Billett für die Fähre gekauft haben

Pierre Omer & The Nightcruisers haben uns Lust gemacht wieder einmal in einer Fähre über den Zürichsee zu schippern und über die Vergangenheit zu sinnieren. In ihrem Track “Time flies” besingen sie genau das. Die Streicher sorgen für das See-Feeling. Und was uns einfach ein bisschen umgehauen hat, ist die Vielzahl an Menschen, die an diesem Song mitgewirkt haben:

Alain Frey von Aloan/ Elvett (Samples)
Bernard Trontin von The Young Gods (Drums, Vibraphon)
Christian Aregger von Blind Butcher (Banjo, Gitarre)
Christoph Gantert (Trompete)
Christoph Ryser von Hell’s Kitchen (Kontrabass)
Daniel Minten (Bratsche)
François Tschumy (Pedal Steel)
Giacomo Grandi von Orchestra Sinfonica di Roma (Cello)
Guillaume Lagger von l’Ironie du Son (Harmonika)
Julien Israelian von Gros Oiseau, Impérial Tiger Orchestra (Congas)
Lynn M von Aloan/ Elvett (Stimme)
Philippe Koller (Violine)
Pierre Omer von The Dead Brothers und Pierre Omer’s Swing Revue (Stimme, Gitarre)

Wir sind schon jetzt gespannt, wie das Album klingt, das im Mai erscheinen wird.

Von wem wir uns eine Postkarte wünschen

Meistens höcklen wir ja einfach in unserem Büro an der Sihlhallenstrasse. Da wir da drin rauchen, trinken und dank superbequemen Sofa auch pfuusen können, verlassen wir es nur, wenn uns der Getränkenachschub mal ausgeht. Wir sind also immer froh, wenn Bands nach Zürich kommen und der Weg zu ihrem Konzert kurz ist.

Die Ostschweizer Band OGMH kommt für ein Konzert nach Luzern und ein paar Tage später nach Zürich. Am Freitag ist auch ihr Video zum Song “Feel” erschienen. Das Video zeigt die Reise eines jungen Mannes durch die Nacht. Gepaart mit dem lüpfigen Gefühl, das uns der Song gibt, erweckt es in uns die Lust auch mal wieder durch die Nacht zu streifen. OGMH erweckt uns somit ein bisschen aus dem Winterschlaf. Danke ihr Süssen!

PS: Wenn ihr uns eine hübsche Postkarte aus der Ostschweiz schickt, würde uns das vielleicht motivieren, auch mal dorthin zu reisen. Unsere Adresse wäre: RCKSTR Magazin, Sihlhallenstrasse 19, 8004 Zürich <3

14 März Bruch Brothers in Luzern
19 März Kontiki Coffeeshop & Bar in Zürich

Wer uns mal wieder die Rock-Playlist abspielen lässt

Manche Menschen sagen ja gerne, Rock ist tot. Das macht uns immer etwas traurig. Ja, vielleicht geniesst Rock nicht gerade den Aufwind, den andere Genres haben. Aber tot – von wegen! Das beweist diese Woche zum Beispiel die Zuger Band Humanoids mit ihrer EP “Could You Love To Lose?”

Sie bringen frischen Wind in die Schweizer Rockszene mit Stücken, die sehr zeitgemäss klingen. Der Song “Waterbones” mit dem eingängigen Riff am Anfang ,bringt uns zum wippen und tänzeln. Obwohl das Ding mit einer länge von sechs Minuten wirklich lang ist, hören wir dieses gerne bis zum Schluss.

“Phantom” erinnert die Nirvana Freunde unter uns ein kleines bisschen an “Very Ape” und die Nirvana Freunde unter uns lieben das. Anhören kannst du dir das hier.

Wer uns musikalisch verwöhnt hat

Sanft, warm und fliessend klingt die erste Single von Jasmin Albash. Eigentlich singt Albash bei der Band Kallemi. Jetzt bringt sie aber ihre erste Solo-Nummer raus: Mit ihrem Song “Leave” begibt sich die gebürtige Palästinenserin auf eine persönliche Reise zu ihren Wurzeln.

So weich der Song auch anfängt, schaukelt er sich immer mehr hoch zu einem emotionalen Höhepunkt. Minimalistisch und doch voll klingt das Stück, das uns Lust auf mehr macht.

Mit wem wir einen Frühlingsspaziergang machen

Das neue Video von Lumae zum Song „White Smokker“ macht uns richtig Bock auf Frühling! Hübsche, farbenfrohe Animationen bringen uns dazu, von der Sonne im Gesicht zu träumen. Der Song an sich ist ein leichter lockerer Ohrwurm, der mit dem neuen Video perfekt visualisiert wurde.

Die beiden Luzerner bringen am 3. April ihre Debut-EP raus und wir freuen uns schon jetzt auf mehr!

 

Du hast es bis hierher geschafft! So viel Lesefreude belohnen wir mit einem Robbenbildli:

Quelle:pxhere | CC0