A Million Ways to Die in NYC – Russian Doll


Ab heute ist die neue Serie auf Netflix. Ist sie neues Bingewatch-Material oder nur ein Zeitvertreib?


Von Natasha Lyonne, Amy Poehler, Leslye Headland
Mit Natasha Lyonne, Chloë Sevigny, Dascha Polanco

Es vergehen keine zehn Minuten in der ersten Episode von «Russian Doll» und Hauptfigur Nadia (Natasha Lyonne) wird von einem Taxi totgefahren. Was das Ende eines sehr tragischen Kurzfilms hätte sein können, ist aber nur der Auftakt einer achtteiligen Netflix-Serie. Denn nur einen Augenblick später steht Nadia wieder im Badezimmer eines New Yorker Appartements, Harry Nilsson singt «Gotta Get Up» und es wird klar: Oh ja, wir haben es hier mit einer «Und täglich grüsst das Murmeltier»-Situation zu tun – 70s-Schnulzensong zur Wiederbelebung inklusive. Für Nadia beginnt nun nämlich eine so gnadenlose wie immer wieder tödlich endende Dauerschleife, aus der die zunehmend ratloser werdende Programmiererin zu entkommen versucht – und all das auch noch an ihrem Geburtstag. Ist die – ohnehin nicht einschlägigen Substanzen abgeneigte – 36-Jährige etwa nur auf einem schlechten Trip? Ist es eine von ihrer Mutter irgendwie vererbte Psychose? Oder gab es auf den Netflix-Servern einen Kurzschluss und die Serie kreuzte Datenstränge mit «Black Mirror: Bandersnatch»? (Wir haben keine Ahnung, wie Streaming-Dienste funktionieren.) Hauptdarstellerin und Serien-Co-Erfinderin Natasha Lyonne («Orange Is the New Black») glänzt in der so düster wie stimmig inszenierten Dramedy, deren bingetastische Episoden das Publikum geradezu einladen, selber über die kleinsten Details und ihre Bedeutung im grossen Ganzen nachzubrüten und «Russian Doll» damit zu weitaus mehr als bloss einem «Murmeltier»- oder «Happy Death Day»-Aufguss machen.

4/5 Sterne
Ab heute auf Netflix

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