Die «Bachelorette» Power Rankings, DAS FINALE


Jeden Dienstag frisch geschniegelt und heute zum letzten Mal: Die einzige «Bachelorette»-Berichterstattung, die du brauchst. Diesmal: Mike Drop.


Zu Zeiten, in denen Zombie-Stealth-Shooter auf Augenhöhe mit «Schindler’s List» gestellt werden, können wir wohl zuversichtlich sagen: Die sechste Staffel «Bachelorette» war der Weihnachtsfrieden 1914 unter den TV-Programmen – ein zärtliches Stück Menschlichkeit in Zeiten des globalen Horrors.

Gab es schon bessere Rosenkrieg-Seasons? Oh ja – very, very much. Wo es früher noch Heissluftballonflüge und Kutschfahrten zum Finale gab, ist diesmal das Highlight ein eingesendeter Videogruss für die Kandidaten von der Verwandtschaft daheim. Wenn 3+ noch weiter so das Budget kürzt, sitzt die Bachelorette Nr. 7 für zwei Monate mit ihren Kerlen um einen Küchentisch bis nur noch einer übrig ist. Selbst die Hochglanz-Location für den finalen Showdown war das gleiche Gästehaus von M. Bison aus Episode 3. Habt ihr etwa geglaubt, das würde uns nicht auffallen, nur weil wir mit der Zeit immer mehr Cüplis tranken!? You slippin‘, Domi Kaiser!

Und trotzdem nahm Chanelles Reise ins Paradies ein versöhnliches Ende. Welches? Das zeigt unser letzter Blick aufs Top* (Tremendous Overachieving Prinzen) 2 Power Ranking.

Easy Lover: Mike, Forever Alone: Giovanni

Dieser Sieg von Maurer Mike über Immobilienunternehmer Giovanni ist auch der Triumph einer bislang schweigsamen Arbeiterklasse über die grossschnäuzige Professional Managerial Class. Take notes, Bernie Sanders! Wenn das Jahr 2020 tatsächlich eine gesellschaftspolitische Neuordnung markieren sollte, dann beginnt diese hier – gesponsort von Unterhosen by Tezenis.

Mike begann seine Reise zum Mittelpunkt von Chanelles Herzen im vollen Britney-Spears-Cosplay und trug eine Schlange in ihren thailändischen Garten Eden. «Religion ist das Opium des Volkes», sagte schon Karl Marx und so verwundert es nicht, dass es Genosse Michail war, der das biblische Symbol für das Aufbegehren gegen eine göttliche Ordnung dahertrug. 19 weniger raffinierte Verführer stach unser Erzengel schliesslich aus bis nur noch ein Gegenspieler übrig ist.

Wie alle Bachelorette-Secondos wurde auch Giovanni im Verlauf der letzten acht Episoden so italienisch dargestellt wie ein Teller Spaghetti, der seine Lackloafer auch im Winter ohne Socken trägt. Damit gibt er einen hervorragenden Kontrast ab zu Baby-Daddy Mike, der bis zum Schluss mit dem Temperament einer Folge von «Einschlafen mit Wikipedia» aufwartet. Wie kommt es also, dass ausgerechnet dieser Mann fortan «Einlschafen mit Chanelle» spielen darf?

In der letzten Runde holt sich Chanelle die Hilfe ihrer beiden BFFs Gina und Nadine. Wir haben etwas Journalismus gemacht und herausgefunden, dass Nadine ebenfalls Schlagersängerin und die Ex von Mike Oesch ist, dem Dritten von Oesch‘s die Dritten oder so. Leider trennte sich das Humpsasa-Power-Paar im vergangenen Jahr, hinterliess aber immerhin solche Knaller-Homestory-Fotos wie dieses hier.

Für Chanelle muss Nadine in die Rolle der Mata Hari schlüpfen und versuchen, Giovanni in ein Netz der Verführung zu spannen. Obwohl sie dabei den Charme einer RAV-Beamtin beim ersten Beratungsgespräch an den Tag legt, bleibt Gio standhaft und würde sogar ihren Hautkrebs in Kauf nehmen, nur um sie nicht mit Sonnencreme einschmieren zu müssen. Beim Sweet Talk kriegt Nadine aber auch einen Blick in Chanelles mögliche Zukunft von Giovanni gewährt. So ist dieser in der Beziehung durchaus für Opfer bereit, beispielsweise 50 Jahre Frauenbewegung: Kommt er von der Arbeit nach Hause, soll ein Teller auf dem Tisch und die Kinder im Bett sein.

Und so ist es am Ende eben doch Patchwork-Papi Mike, der sich in seinem Konfirmanden-Smoking gegen den Sofakissen-Massanzug von Giovanni hinwegsetzt. Ein – und das meinen wir ganz ehrlich – sympathischer Gewinner für eine – und das meinen wir ganz ehrlich – sympathische Bachelorette. In der kommenden Woche gackern sich alle nochmals für die grosse Reunion-Show an, aber das lassen wir getrost aus. Denn wie nach jeder verdammten Staffel denken wir: Fertig, Gott sei Dank – never again!