Die Känguru Chroniken: Für Fans und Känguru-Neulinge


Känguru Chroniken Film

Marc Uwe Kling ist Künstler. Genau genommen ist er Kleinkünstler. (Eigentlich ist er auch Autor, Liedermacher, Kabarettist und Philosophiestudienabbrecher. Was für ein Wort.) Vor 11 Jahren gelang ihm mit einem Hörspiel über ein kommunistisches Känguru ein Hit. Nach dem Känguru-Hörspiel folgte ein Känguru-Buch, und noch ein Buch, und noch ein Buch und noch ein Buch […]


Marc Uwe Kling ist Künstler. Genau genommen ist er Kleinkünstler. (Eigentlich ist er auch Autor, Liedermacher, Kabarettist und Philosophiestudienabbrecher. Was für ein Wort.) Vor 11 Jahren gelang ihm mit einem Hörspiel über ein kommunistisches Känguru ein Hit. Nach dem Känguru-Hörspiel folgte ein Känguru-Buch, und noch ein Buch, und noch ein Buch und noch ein Buch und jetzt ein Kinofilm

Im Kinofilm geht es, wie in den Büchern, um Marc Uwe Kling, also ihn selbst, und seinen besten Freund, das Känguru. Da wir es nicht besser sagen können, als der Erschaffer selbst: Das Känguru steht total auf Nirvana, war früher beim Viet Cong und ist ein Schnorrer vor dem Herrn. 

Aber das nur nebenbei. Zur Sache: Das Känguru und der Kleinkünstler wohnen in einer WG in Berlin Kreuzberg. Während Marc Uwe Kleinkunst macht, macht das Känguru Kommunismus und Boxunterricht. Bis sie ihren Antagonisten treffen: Jörg Dwix. Dwix könnte im Film für alle Autokraten stehen, die gerade dafür sorgen, dass uns kollektive Angst im Alltag begleitet, sobald wir einen Blick in die “News”-Abteilung irgendeines Mediums werfen. So plant Dwix im Film aus dem versifften und gemütlichen Wohnblock in Kreuzberg einen Appartementkomplex zu bauen. Da gibt es nur eines: Widerstand! 

Das Kunststück bei diesem Film ist es, die Fans zufriedenzustellen, die die Bücher lesen und die Hörspiele hundertmal hoch und runter gehört haben. Dieses Kunststück ist Regisseur Dani Levy in enger Zusammenarbeit mit Marc Uwe Kling gelungen. Er ist der perfekte Film für einen verkaterten Sonntagnachmittag. Der Film fühlt sich so an, wie er sich anfühlen soll. Er ist an den richtigen Stellen, ähnlich wie eine Comicverfilmung, überspitzt so wurde etwa eine Kneipenschlägerei Scott-Pilgrim-mässig inszeniert. Und doch fehlt es dabei nicht an den Finessen, die dem Ganzen Herz einhauchen. Und das Wichtigste, das Känguru, wurde mit seiner Gestik und Mimik perfekt getroffen. Welche Herausforderungen Regisseur Dani Levy dabei meistern musste, lest ihr im Interview