Kurzfilmtage Winterthur: Kleines Kino? Grosse Themen!


Ein Festival, das schnell zum Punkt kommt – was in Zeiten von durchgemachten Serien-Binge-Nächten und dreistündigem Marvel-Popcorn-Kino umso erfrischender sein kann. Wir sind schliesslich nicht hier, um unsere Zeit zu verschwenden. Sondern um am renommiertesten Kurzfilm-Anlass der Schweiz die nachdenklichen, aufrüttelnden, eindrücklichen, surrealen, aberwitzigen, schockierenden und manchmal auch einfach wunderbar albernen Werke von einheimischen und internationalen Filmschaffenden zu bestaunen. Auch in seiner 23. Ausgabe hat der sechstägige Event vom 5. bis 10. November ein Programm aus fiktiven und dokumentarischen Beiträgen zusammengestellt, eingeteilt in diverse Themenschwerpunkte. Besonders sind wir auf folgende davon gespannt.


Die Zukunft von gestern

1964 träumte ein frisch gegründetes Sambia von der Zukunft – und startete ein eigenes Weltraumprogramm. Ziel von Initiator Edward Makuka Nkoloso war es, eine 17-jährige Frau und zwei Katzen auf den Mond zu fliegen. Und zwar noch vor den USA und der UdSSR. Das ambitionierte Programm wurde nie in die Tat umgesetzt, doch die Geschichte der «Afronauts» fasziniert noch heute und wurde als gleichnamiger Film verarbeitet. Doch auch die Zukunft von morgen steht an den Kurzfilmtagen im grossen Fokus. Unter dem Motto «The Future Is…» werden aktuell dringend diskutierte Felder wie Gleichberechtigung, Klimawandel und Digitalisierung auf verschiedene Weise in Szene gesetzt.

Menschenrechte – jetzt!

Spätestens seit grosse Teile vom Regenwald in Flammen stehen, blickt die Welt besorgt nach Brasilien. Doch im Land rumort es schon seit Längerem und insbesondere seit der Rechtsextreme Jair Bolsonaro das Präsidentenamt inne hat. Darunter zu leiden haben momentan speziell die indigenen Völker sowie Brasiliens LGBTQ+ Community. So sorgte zuletzt der Bürgermeister von Rio de Janeiro für internationale Schlagzeilen, als er ein Comic mit homosexuellen Inhalten von einer Buchmesse verbannen wollte. Brasilien ist das Land im Fokus der Kurzfilmtage – und seine Minderheiten geben sich in diversen Dokumentarfilmen kämpferisch.

Ausserdem im Programm

«The Best of the New York Erotic Film Festival», der New Yorker Filmemacher James N. Kienitz Wilkins als Special Guest und eine Hommage an das Töffli. Und natürlich eine ganze Menge mehr. Alle weiteren Infos findest du auf kurzfilmtage.ch.

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