Ab heute im Kino: Ryan ins Vergnügen – Pokémon: Detective Pikachu


Ist … ist es tatsächlich möglich? Steht mit dem Live-Action-Pokémon-Abenteuer die erste Videospielverfilmung an, die sowohl von der Kritik als auch vom Publikum universell geherzt wird? Dafür spricht insbesondere die Beteiligung von Ryan Reynolds: Kein anderer Hollywood-Star versteht es besser, uns Geeks das zu geben, was wir wollen.


Die besten Filme mit Ryan Reynolds sind jene, in denen man Ryan Reynolds nicht sieht. Vielleicht liegt es daran, dass der 42-Jährige rein optisch die Ausstrahlung einer schönen, beigen Couch hat: Wohlgeformt, einladend aber auch ein ziemliches bisschen langweilig. Seine wahren Stärken liegen woanders und entfalten sich mitunter erst dann, wenn die Dreharbeiten bereits abgeschlossen sind. Es ist der geradezu entzückende Enthusiasmus, den Ryan Reynolds der Filmmaterie entgegenbringt und damit Fans der Vorlage das Gefühl vermittelt: Bei mir ist euer Hobby in guten Händen. Denn er begreift es, liebt es. Und versteht es, zu verkaufen: «Deadpool» wurde auch deshalb nicht nur zu einem gefeierten Kassenerfolg, sondern auch popkulturelles Phänomen, weil Reynolds (und eine um keine abgedrehten Ideen verlegene Marketing-Abteilung) den Release mit einer Barrage von viralen Promo-Stunts begleitete, in denen sich der Hauptdarsteller stets selbst nicht ganz so ernst nimmt – das source material dafür aber umso mehr.

In seinem nächsten Blockbuster trägt Reynolds nun keine rote Maske, um sich blutig durch gegnerische Horden zu metzeln, sondern will als gelbe Flauschkugel die Herzen von Gross und Klein, Pokémon-Superfans und Casuals gleichermassen erobern. Dazu rührt der Kanadier erneut so sympathisch wie verspielt die Werbetrommel, so wie er es bereits als Marvels abgefucktester Antiheld getan hat: In einem kurzen «Making of»-Video erklärt uns der Schauspieler, mit welchen Method-Acting-Methoden er in die Rolle von Pikachu geschlüpft sei und dabei selbst seine eigenen Töchter verstossen habe – inklusive Gastauftritt von Ehefrau Blake Lively. Es ist eines von diversen augenzwinkernden Hype-Videos, die bezeichnenderweise nicht über die offiziellen Kanäle des Filmstudios gestreut werden, sondern über Ryan Reynolds’ privaten YouTube-Account und damit momentan Millionen von Views und vorfreudige User-Kommentare generieren. Denn in einer Welt, in der Fans mitunter fast schon obsessiv um den richtigen Umgang mit ihren Lieblingen bangen, scheint zumindest eines gewiss: So lange sich Ryan Reynolds darum kümmert, wird alles gut.

Ab 9. Mai im Kino

Roll over, Pikachu:

Drei genauso putzige Leinwanddebüts
In «Pokémon: Detective Pikachu» muss der ultra-niedliche Fellball an der Seite seines menschlichen Sidekicks Tim (Justice Smith) dessen verschollenen Vater ausfindig machen. Als Kulisse dient dabei die fantastische Metropole Ryme City, in der Menschen und Pokémon mehr oder weniger harmonisch miteinander leben. Über 800 Wesen umfasst das Pokémon-Universum inzwischen, viele davon werden auch im Film zum Leben erweckt. Hier jene drei, auf die wir uns ganz besonders freuen:

Jiggly Puff
Die hinreissendste Stirnlocke seit «Cry-Baby», mindestens! Eigentlich führt sein exquisiter Gesang bei Anwesenden zu unmittelbaren Tiefschlaf – wird uns im Kino aber garantiert nicht passieren.

Lickitung
Eh, so müssen wir etwa bei unserem ersten Zungenkuss ausgesehen haben. Lickitung kann seinen Schlabberlappen aber bis zu zwei Meter ausrollen, was garantiert für, ehm, feuchtfröhliche Action sorgt.

Aipom
Mit diesen Beisserchen empfiehlt sich das äffchenähnliche Mini-Monster eigentlich für Elektrozahnbürsten-Werbespots. Und mit seinem Schweif kann es ausserdem ordentlich Schaden anrichten.

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