Die «Bachelorette» Fab 5 Power Rankings, Folge 4


Jeden Dienstag frisch geschniegelt: Die einzige «Bachelorette»-Berichterstattung, die du brauchst. Diesmal: Ultraviolence und ein schwarzer Tag für Schweizer Rap.


Was bisher geschah: Sämtliche kulturellen Anlässe auf der ganzen Welt wurden verboten, weshalb «Die Bachelorette» automatisch als das einzige verbleibende Zeitgeschehen mit künstlerischem Anspruch nachrückte. Gebt nicht uns die Schuld, sondern Bill Gates, der dieses Virus in seinem geheimen 5G-Tower erfunden hat oder so.

In dieser Episode veranstaltet Chanelle ihr eigenes Kumite und nur die brutalsten Muay-Thai-Toy-Boays verbleiben in unserem Fab* (*Fearless Ascending Buben) 5 Power Ranking. Ring frei, Hemden auf.

Platz 1: Jamy

Wer bislang noch gezweifelt hat, dass Jamy so alpha ist wie ein Roman von (USA Today Bestselling Author) V. Vee, wird in dieser Sendung aber mal so richtig gecuckt. Als im von Chanelle spontan einberufenen Kickbox-Turnier Mike wegen zwei Schrauben in seiner Schulter einen Rückzieher macht – durch diese bionische Erweiterung wäre er wohl ohnehin unbesiegbar, deshalb echte Fairplay-Geste –, nimmt Jamy spontan seinen Platz ein. In der ersten Runde zeigt der Hamburger gegen Ex-Tennisprofi Marko, warum ein guter Aufschlag noch längst kein guter Reinschlag bedeutet. Marko mag schon mit Roger Federer trainiert haben. Aber wir haben bei kreischenden High-Heel-Trägerinnen, die sich nachts um drei vor dem Kaufleuten um ein Taxi streiten, schon bessere Kampftechnik gesehen.

Im Finale gelingt Jamy dann gegen Amateurboxer Manuel ein Sieg nach Punkten und irgendwo da draussen klammert sich Jon Jones gerade etwas enger an seinen UFC Light Heavyweight Title. Später in der Episode gewinnt Jamy auch noch die Planking-Challenge gegen Paulo und gibt dabei eine so gute Planke ab, dass Piraten ihre Gefangen zur Exekution über ihn laufen lassen. Und auch beim Wakeboarden ist der J-Man als einziger Knabe keine tote Ente am Strick. Kein Wunder, fühlen sich all die anderen Jungs in seiner Anwesenheit inzwischen wie ein Pudel an der Dobermann-Orgie.

Platz 2: Fabio

Nach Folge 1 gaben wir Fabio ordentlich Shit für seine Schwof-Moves straight outta Tanzschule Läderach. Aber scheinbar wollte er damit tatsächlich Weltmeister of Dance werden, bevor ihn eine Knieverletzung vom Parkett fegte. (Auffallend viele Männer in dieser Staffel, deren Sportkarriere durch Blessuren beendet wurde und jetzt «Kandidat bei der Bachelorette …?» als Plan B zum Lebensentwurf haben.) Ausserdem kann der Mann, der mit seinem «Ibiza»-Shirt scheinbar auf der falschen Insel abgegeben wurde, nach eigener Aussage reiten wie ein Mesa-Verde-Logo.

Als Fabio Chanelle beim Solo-Date dann auch noch ein Kinderarbeit-Armbändeli schenkt, so wie wir das früher auch im Nähunterricht als Muttertagsgeschenk gezwirnt haben, ist die Bachelorette endgültig blonder Pudding in seinen Händen. Zudem beweist der Familienmensch, nachdem er zuvor sämtliche seiner Lebenstragödien aufgelistet hat, soliden Anstand und drückt Chanelle nur einen Wangenkuss auf. Voll french zu gehen, nachdem man drei Minuten vorher noch von der krebskranken Mutter erzählt hat, gehört sich einfach nicht.

Platz 3: Giovanni

Apropos «voll french». Giovanni und Chanelle fallen im Kinderplanschbecken über einander her, als wären sie Susi und Strolch beim Spaghetti-Dinner. Giovanni – bislang mehr so der Bud Spencer zu Fabios Terrence Hill – hat sich nicht nur vom Maurer zum, äh, Immobilen-Mogul hochgearbeitet, sondern verlegt jetzt auch seinen Zungenboden ins Mundpenthouse der Bachelorette. Dabei geht er so elegant vor wie ein Delfin, der im Mondlicht aus dem Wasser springt und setzt sich somit in unserem inoffiziellen Schlabbertechnik Power Ranking an die Spitze – noch vor Christian und weit, weit vor Mike.

Dem Speicheltsunami voraus geht ein Besuch im Plansch-Park. Zwischen Wakeboarden und Wasserrutschen ähneln die Ausflüge der Bachelorette in dieser Woche ziemlich denen eines Scheidungsvaters, der seine Kinder nur alle vierzehn Tage sehen darf. Hätte uns nicht gewundert, wenn sie den Jungs heimlich 20 Stutz zugesteckt und über den neuen Freund ihrer Mutter ausgefragt hätte.

Platz 4: Valentin

«Die Feder ist mächtiger als das Schwert», sagte einst ein Mann, der offensichtlich noch nie was von «Highlander» gehört hat. Während sich also seine Mitbewerber zur Balz auf die Brust trommeln wie Gorillas im Nebel, setzt sich das hellste Köpfchen unter ihnen aufs Bett und packt seine Geheimwaffe ein: Dichtkunst, motherfuckers! Egal, ob Valentin am Ende das Herz der Bachelorette erobert; mit seinem Appell ans Briefschreiben in einer zunehmend digitalisierten Welt, sollte ihn die Post als Spokesperson einstellen.

Zwar haben wir dabei keinen Tagebuch-Auszug von Michel de Montaigne erwartet, das Endresultat liest sich aber doch mehr wie ein Erpresserschreiben. Immerhin macht es die Bachelorette neugierig genug, um an ein Einzeldate gelockt zu werden. Dort erwartet sie Valentin entgegnen unserer Hoffnung nicht mit einem Spiel an seiner Lyra, sondern mit Champagner und dem Geständnis, vor zwei Jahren während einer Oper geheult zu haben. Wie ist es ihm erst zumute, wenn er das hier hört?

Platz 5: Ivan

Machen wir uns nichts vor: Eher findet Vujo Gavric einen Impfstoff gegen Covid-19 unter seinem Bett, als dass Ivan dieses Ding hier gewinnt. Aber den Contest «RCKSTR sucht den Super-WG-Mitbewohner» hat der Russe spätestens für sich entschieden, als er in der ersten Folge mit einer Flasche Wodka aus der Limo gestiegen ist. Er hat den gehetzten Charme eines Gebrauchtwagenhändlers, der dir unbedingt diesen Fiat Punto andrehen muss, weil er 30‘000 Stutz Spielschulden hat.

Auch im Boxring ist er mehr Ivan Doroschuk als Ivan Drago und fliegt in der ersten Runde gegen Manuel raus. Vor seinem Kampf gibt der Student zu Protokoll, bereits zweimal die Nase gebrochen zu haben – und er ist bereit, es auch ein drittes Mal knacksen zu lassen. Ivan bricht sich so nonchalant seine Nase, wie wir Baumnüsse an Weihnachten zerdrücken. 3+, macht Ivan zum nächsten Bachelor und die Frau, die nach einem Tag voller Sowjet Ära Dad Jokes nicht entnervt die Hotelanlage verlassen hat, gewinnt.

Auf Lauerstellung: Robert

Wir sind uns nicht sicher, ob Robert nur hier ist, um sich mit fremden Männern tagsüber zu betrinken. Würde er die Bachelorette «Und wer bist du eigentlich?» fragen, es würde uns nicht verwundern. Doch jetzt kommt der Mann mit der Steven-Toast-Gedenkhaarsträhne unter Zugzwang: Nicht nur hat er ein Sacko aus dem Kissenüberzug einer chinesischen Rentnerin, sondern auch die gefürchtete «Last Chance» schwarze Rose.

Zurück im Flugzeug nach Hause: Paulo, Manuel

Selbst sein, ehm, geschmeidig vorgetragener Romance Rap konnte Paulo aka Big Bane nicht vor dem Aus retten. Es gibt eben nur einen wahren Freestyle Bane.