The New Pope: Papa do preach


New Pope

Von Paolo Sorrentino Mit John Malkovich, Jude Law, Cécile de France


Ist diese Serie, die zu 88% aus 77-jährigen Männern in Hausschuhen und Chorhemden besteht, tatsächlich die stylischste Produktion, die es momentan zu sehen gibt? Holy shit. Bereits mit «The Young Pope» schuf der italienische Filmemacher Paolo Sorrentino vor vier Jahren einen protzig-sexy Bilderrausch, in dessen Zentrum Jude Law als frisch gewählter Pontifex Maximus im päpstlichen Trainingsanzug mit einem Känguru durch Lustgärten wandelte und sich zum Entsetzen der intriganten Kardinäle als unkontrollierbarer Hardliner entpuppte. In Sachen Ästhetik und Ambiente konnte kaum eine andere TV-Produktion «The Young Pope» das Weihwasser reichen, was einem über gewisse erzählerische Defizite hinwegsehen liess.

Die Fortsetzung startet nun mit einem gröberen Handicap: Der junge Papst liegt nach den Ereignissen von Venedig im Koma, Jude Laws grandios gespielter Pius XIII. erscheint somit vorerst nur tröpfchenweise auf Sorrentinos weiterhin hinreissend opulent komponierten Leinwand. Über Umwege findet sich mit John Paul III. schliesslich ein Nachfolger für den zwischen Himmel und Erde schwebenden Herzpatienten. Mit John Malkovich hat man dabei einen durchaus würdigen Ersatz gefunden, der den neuen Anführer der katholischen Kirche als enigmatischen Emo-Dandy darstellt. Und so bleibt auch «The New Pope» ein fast schon traumwandlerisches Erlebnis, auch wenn diesmal der Überraschungseffekt vom Original ausbleibt (einige halbwegs amüsante Promi-Cameos abgesehen) und in Sachen hostientrockenem Humor Abstriche gemacht werden müssen (again: einige halbwegs amüsante Promi-Cameos abgesehen).

3 von 5 Sterne

Ab 20. Februar auf Sky Atlantic