Willkommen zu den Game of Thrones Gory Awards


Bevor die nach «iCarly» pompöseste TV-Show aller Zeiten zu Ende geht, blicken wir auf das zurück, was die bisherigen sieben Seasons so beliebt gemacht hat (abgesehen vom nackten Gebrüst): die vielen, vielen schönen Tode. Möge die Verleihung der Game of Thrones Gory Awards beginnen!


Der Gory in der Kategorie «Come on, das war viel zu schnell vorbei» geht an Petyr Baelysh alias Littlefinger
Praktisch die kompletten bisherigen Staffeln verbrachte er damit, jede andere Figur in George R. R. Martins Fantasy-Universum zu belügen und ist mit seinen Intrigen verantwortlich für gefühlt die Hälfte aller Tode in der Serie. Zwischen «Oh Shit, Sansa ist ihm auf die Schliche gekommen!» und seinem feuchten Gestammel, nachdem Arya Stark ihm die Kehle durchgeschnippelt hatte, lagen dann aber nur etwa vier Minuten – viel zu wenig.

Der Gory in der Kategorie «Be Careful What You Wish For» geht an Viserys Targaryen
Daenerys’ Bruder verscherbelte sie an Dothraki-Zampano Khal Drogo, um an dessen 40’000 Mann starke Armee zu kommen und so den Iron Throne zu erobern. Weil sowohl Drogo als auch die Dothraki Daenerys Targaryen ordentlich liebgewonnen haben, Viserys sich aber wie ein besoffenes, quengelndes und durch und durch arschlochiges Balg aufführte, nahm Drogo dessen Wunsch nach der Krone der Seven Kingdoms wörtlich und übergoss seinen Kopf kurzerhand mit flüssigem Gold.

Der Gory in der Kategorie «Verschissenster Tod» geht an Tywin Lannister
Wenn Littlefinger indirekt die eine Hälfte des «Game of Thrones»-Casts auf dem Gewissen hat, ist das Oberhaupt des Lannister-Klans mit seinen zahllosen Komplotten demnach für die andere Hälfte verantwortlich. Besonders abgesehen hatte er es auf seinen kleinwüchsigen Sohn Tyrion, der sich irgendwann «Fuck this shit» (no pun intended) sagte, sich eine Armbrust schnappte und seinen alten Herrn abknallte, als dieser untenrum nackt auf dem Topf hockte.

Der Gory in der Kategorie «Oh the Irony» geht an Ramsay Bolton
Er schnitt seinen Folteropfern den Johannes ab (wir sind in Gedanken bei dir, Theon), vergewaltigte Sansa Stark und verfütterte Menschen – darunter seinen eigenen Bruder, einen Säugling – gerne an seine Hunde, genannt «Bastard’s girls». In einem Bossgirl-Move sondergleichen warf Sansa Ramsay seinen eigenen ausgehungerten Kötern zum Frass vor, nachdem dieser im «Battle of the Bastards» geschlagen wurde.

Der Gory in der Kategorie «Befriedigender als ASMR-Videos» geht an Joffrey Baratheon
Nicht mal Ramsay Bolton wurde von den Fans so leidenschaftlich gehasst wie König Joffrey – wahrscheinlich, weil der milchgesichtige Inzest-Goof kaum stark genug war, eine Armbrust zu heben, damit aber trotzdem das schönste Freudenmädchen der Seven Kingdoms an die Wand nagelte. Als er von Tyrell-Matriarchin Olenna vergiftet wurde, seine Eingeweide auskotzte, violett anlief und schliesslich innerlich verblutete, applaudierten die Zuschauer frenetischer als die Rapperswiler, nachdem bekannt wurde, dass Federer an den Zürichsee zieht.

Der Gory in der Kategorie «Ich hab was im Auge» geht an Hodor
Ned und Robb Starks Tode waren zwar ähnlich tragisch und mit weitreichenderen Folgen verbunden. Aber: Das Herz des geistig eingeschränkten Hünen war grösser als das aller anderen Figuren zusammen. Und dass er starb, indem er Bran Stark beschützte – also den Typen, der in «Back to the Future»-mässiger Veränderung der Vergangenheit schuld an seiner Behinderung ist –, macht Hodors Ableben so unfassbar traurig, dass wir das hier in Embryo-Haltung auf dem Boden der Dusche geschrieben haben.

Der Gory in der Kategorie «Der menschliche Körper ist wunderschön» geht an Oberyn Martell
Als Bad Boy, wie er im Buche steht, züngelte Oberyn nicht nur gerne im Bordell, sondern auch scharf in der Arena. Dort bodigte er zudem den (mittlerweile zombiefizierten) Fleischberg The Mountain, zögerte den Todesstoss aber hinaus und, na ja, The Mountain rollte sich auf ihn und drückte ihm die Augen dermassen tief in den hübschen Schädel, dass dieser platzte wie eine Wassermelone, weshalb wir bei dieser Szene nach wie vor nicht anders können als «Holy shit, WTF Alter?!».

Der Gory in der Kategorie «Guten Appetit» geht an Walder Frey
Aus Rache für die Ermordung ihrer halben Familie im Rahmen der «Red Wedding» murkste Gestaltwandlerin Arya die Söhne des alten Creeps Walder Frey ab, zauberte daraus eine Fleischtorte, setzte diese dem Vater vor und schnitt ihm danach die Kehle durch. Später vergiftete sie Walders Gefolgschaft mit demselben Zeug, das wohl auch Joffreys Gedärme durch den Mixer schickte – jedenfalls dem sterbenden Gurgeln der Männer zufolge.

Worum geht’s in Season 8?
In Westeros viel Neues: Die Untoten-Armee der White Walkers hat die Mauer zu den Seven Kingdoms eingerissen und marschiert auf Winterfell zu, wo sich Jon Snow, Daenerys Targaryen und die Stark-Schwestern für den grossen Showdown mit ihnen rüsten. Die allerletzte Schlacht dürfte dann mit den Lannisters in King’s Landing ausgefochten werden; irgendwer muss nach den finalen sechs Folgen der achten Staffel von «Game of Thrones» ja auf dem quasi-titelgebenden Iron Throne sitzen.

Und wo kann ich sie schauen?
Der US-Bezahlsender HBO zeigt die erste Folge am 14. April, danach gibt’s jede Woche eine neue Episode. In der Schweiz schaust du sie gratis bei RTS (das Romandie-Pendant zum SRF) oder im Streaming-Abo bei Sky Show, Teleclub und HollyStar.