Wohin bloss, wenn die Schweiz zum Zombieland wird?


In «Zombieland: Double Tap» haben sich unsere vier Lieblingsüberlebenden inzwischen im Weissen Haus eingenistet. Nicht nur gibt es dort eine Menge famoser historischer Scheiss im Keller, den man sich an Weihnachten gegenseitig schenken kann, sondern auch einen scheinbar unüberwindbaren Zaun und jedes Schlafzimmer ist eine Presidental Suite. Später zieht es die Gang nach Graceland und eine Hippie-Kommune, die wie ein Google Campus aussieht. Bei all der Roadtripperei stellt sich uns die Frage: Wohin würden wir uns eigentlich verschanzen, wenn in der Schweiz die Untoten-Apokalypse ausbricht? Eine sehr wichtige Redaktionsdebatte zwischen Rainer Etzweiler und Michael Rechsteiner:


Michael: Ich schätze, wir fangen mal beim Bundeshaus an. Der Vorteil: Durch die Terrasse wäre zumindest eine Flanke schon mal abgesichert – es sei denn, die Biester stapeln sich à la «World War Z» aufeinander.

Rainer: Hm, ich wäre für die ETH. Ein Hügel lässt sich gut verteidigen und ich bin sicher, dass irgendwo auf dem Campus crazy Sci-Fi-Wummen rumliegen. Ausserdem ist das geballte Wissen, das dort rumlungert, die ideale Community für einen Neuanfang nach der Apokalypse.

Michael: Ach, du meinst, weil das ja in «The Walking Dead» Staffel 1 so gut geklappt hat. Wahrscheinlich hat die ETH überhaupt erst Schuld am Ausbruch vom Virus! Aber gut, um mal komplett «Dawn of the Dead» zu gehen: Das Glattzentrum. Genug Überlebensequipement, Gratis-Parkplätze und nicht mal Zombies suchen dieses gottverfluchte Höllenloch Wallisellen auf, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Rainer: Das Glattzentrum ist ein in sich geschlossenes Öko-System, wenn die Ressourcen dort erstmal aufgebraucht sind, sind wir genötigt unsere Freunde zu essen. Schon wieder! Du musst weiterdenken, wie wär’s mit dem Connyland? Das hat einen Zaun und die Seelöwen dort geben genug Sushi für ein paar Jahre ab.

Michael: Als wäre das Connyland nicht schon so einer der deprimierendsten Orte der Welt – nicht auszumalen, wenn auch noch fünfzig stöhnende Zombies an den Wänden kratzen, weil sie vom unaufhörlichen Papageien-Geschnatter angelockt werden. Aber genug Pipifax: Meine definitive Antwort lautet Castelgrande in Bellinzona. Mildes Klima, befestigt as fuck und im Innenhof lassen sich prima Radieschenfelder anbauen. Ausweichmöglichkeit, wenn die Scheisse so richtig den Ventilator trifft: Sasso San Gottardo oder halt so eine andere Festung mit endlosem Munitions- und Risottolager.

Rainer: Das macht erschreckend viel Sinn, aber können wir die Burgen untereinander aufteilen? Ich weiss, wir sollten zusammenhalten und so, aber ich lasse nun mal gerne die Klobrille oben und ich glaube nicht, dass wir hier auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

The Walking Meh

Zombieland: Double Tap

Von Ruben Fleischer

Mit Woody Harrelson, Emma Stone, Jesse Eisenberg

Zehn Jahre musste auf die Fortsetzung zum Überraschungshit «Zombieland» gewartet werden. Zehn Jahre! Zum Vergleich: «Zombieland» lief im gleichen Jahr wie der erste verdammte «Hangover». Zeit genug, sich ein paar neue Gags einfallen zu lassen, wäre also gewesen. Stattdessen dreht die – zugegebenermassen noch immer recht gut aufgelegte – Gang um Tallahasse (Woody Harrelson) noch einmal eine Ehrenrunde mit so ziemlich dem gleichen Programm, zeitweise sogar im Doppelgänger-Doppelpack und mit zwei neuen Sidekicks; Zoey Deutch als blonder Bimbo und Avan Jogia als Kumbaya-Hippie spulen in ihren Stereotypen jene müden Lacher ab, die man von solchen Figuren halt schon x-mal woanders gesehen hat. Für eine triumphale Rückkehr auf die grosse Leinwand hätten wir uns da schon ein bisschen mehr erhofft – als Netflix-Filmchen, das dir irgendwann an einem Freitag ohne grosses Tamtam in die Empfehlungen gestellt wird, hätte es «Zombieland: Double Tap» auch getan.

Film: Zwei Sterne

Mid-Credit-Szene: Fünf Sterne

Ab 7.11. im Kino