Game-Review: Yoshi’s Crafted World



Von Good-Feel/Nintendo • Für Switch

Die «Jööö, so fucking herzig!»-Quietscher sind gerade erst verhallt (hat immerhin fast vier Jahre gedauert), da knallt uns Good-Feel nach «Woolly World» die nächste «Yoshi»-Cuteness-Overload vor den Latz. Statt gestrickt ist diesmal alles gebastelt – die 2.5D-Levels bestehen aus gefaltetem Karton, zusammengeknüllter Alufolie und auf Zahnstocher gesteckten Kronkorken. Das ist unfassbar süss, lächerlich detailliert und schön einzigartig – auch wenn hie und da Erinnerungen an «LittleBigPlanet» wach werden. Wie seine Vorgänger ist auch «Crafted World» ein grundsolider Platformer mit präziser, simpler Steuerung und spielt sich, wie es aussieht: locker und leicht. Zwar zieht der Schwierigkeitsgrad nach einer Weile ein wenig an, Bildschirmtode wirst du trotzdem kaum erleben – ausser vielleicht, du zockst um fünf Uhr morgens nach einem Pubcrawl mit nur einer Hand, weil du in der anderen deine Spasszigarette hältst. Tricky wird’s dann, wenn du sämtliche Smiley-Blumen (jep, Smiley-Blumen, es ist ein «Yoshi»-Game, okay?) sammeln willst. Die sind zum einen mehr oder weniger gut versteckt, zum anderen werden sie fürs Erfüllen bestimmter Aufgaben verliehen – wie das Einfangen von Hundewelpen auf der Rückseite jeder Stage, die Dioramen können nämlich gedreht werden. Ausserdem gibt’s Blumen fürs Finden bestimmter Items, was ein wenig «Where’s Wally?»-Feeling versprüht. Wenn du der Typ dafür bist, macht’s Spass – dass du dadurch jeden Level vier-, fünf-, sechsmal (kein Seich!) durchackerst, müffelt allerdings ein wenig nach faulem Gamedesign. Immerhin siehst du so garantiert jeden Zentimeter dieses wunderhübschen Bastelbogens.

3/5 Sterne

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