Gamescom 2019: Unser Playdate in Köln


Auch wenn uns die amerikanische Politik gerne etwas anderes glauben lassen würde; nicht Videospiele sind der Grund für die andauernde Waffengewalt in dem Land, sondern natürlich das Ausbleiben eines dritten Teils von Nicholas Cages «National Treasures». Wir alle dürfen uns also weiterhin guten Gewissens auf die Zock-Hits der kommenden Monate freuen und davon gab es […]


Auch wenn uns die amerikanische Politik gerne etwas anderes glauben lassen würde; nicht Videospiele sind der Grund für die andauernde Waffengewalt in dem Land, sondern natürlich das Ausbleiben eines dritten Teils von Nicholas Cages «National Treasures». Wir alle dürfen uns also weiterhin guten Gewissens auf die Zock-Hits der kommenden Monate freuen und davon gab es an der diesjährigen Gamescom Ende August wieder reichlich. Die grösste Videospielmesse Europas lockte auch in diesem Jahr mit den wichtigsten angekündigten Releases Fans und Fachleute nach Köln und wir haben die Highlights kurz und doch ausführlich zusammengefasst. Well done, us! von Rainer Etzweiler und Antonia Seitz

Die Major Releases

Avengers (Eidos/Square Enix)

Release: 5. Mai 2020 für PlayStation 4, Xbox One und PC
Genre: Action-Adventure
Darum geht’s:
Die Avengers wollen gerade ihr neues Hauptquartier in San Francisco eröffnen, als in der Ferne heftige Explosionen die Golden Gate Bridge auseinanderreissen. Sofort eilt das Team um Captain America zu Hilfe, worauf ein kurzes Tutorial folgt, in dem wir die spielbaren Charaktere kennenlernen: Cap himself, Iron Man, Thor, The Hulk und Black Widow fetzen unter deiner Kontrolle durch die Gegnermassen, retten Zivilisten und mutmasslich irgendwann die Welt. Daneben sollen kooperativ ausgelegte Multiplayer-Maps auch lange nachdem die Credits über den Screen liefen die Marvel-Fans bei der Stange halten.
Das funktioniert:
Die fünf spielbaren Helden fühlen sich alle angenehm divers an, die Kampagne liefert eine Story abseits des MCU und Hersteller Eidos verspricht gratis Content über mehrere Jahre hinweg.
Das könnte schiefgehen:
Single- und Multiplayerteil werden miteinander vermixt, dazu ist das Spiel als «Game as service» geplant. Wird das den Story-Modus verwässern? Und warum ist Hawkeye nicht spielbar? Justice for Hawkeye!

3/5 Sterne

Cyberpunk 2077 (CD Project Red)

Release: 20. April 2020 für PlayStation 4, Xbox One und PC
Genre: Action-RPG
Darum geht’s:
Man sollte glauben, dass der Hype für «Cyberpunk 2077» fünf Jahre nach der Ankündigung so langsam abflaut, aber das Gegenteil scheint der Fall; je mehr Details zum Action-RPG bekannt werden, desto nervöser werden die Fans. Es hilft natürlich, dass eins der Details Keanu Reeves ist, der eine tragende Rolle im Spiel übernimmt. Aber auch die frisch gezeigten Gameplay-Szenen, die die unterschiedlichen Herangehensweisen an eine Mission aufzeigen, machen Lust auf mehr. Wer will, trennt seinen Gegner mittels einer Laserpeitsche (!) Arme und Beine ab, pazifistische Spieler investieren ihre Skill-Points in Stealth und Hacking, um die Gegner ohne Waffengewalt zu überlisten. So oder so: «Cyberpunk 2077» wird gross.
Das funktioniert:
Ein unverbrauchtes Setting, unzählige Entscheidungsmöglichkeiten, technisch state of the art und geradezu verschwenderisch umfangreich.
Das könnte schiefgehen:
Das Gunplay wirkt derzeit noch sehr archaisch und die K.I. ist bestenfalls Kanonenfutter.

5/5 Sterne

Final Fantasy VII Remake (Square Enix)

Release: März 2020 für PlayStation 4
Genre: Rollenspiel
Darum geht’s:
Über 20 Jahre ist es her, seit «Final Fantasy 7» auf der ersten PlayStation erschienen ist und das Genre quasi im Alleingang in den Mainstream gehievt hat. Square Enix spendiert dem Kultspiel aber nicht einfach ein schlichtes Remake, sondern erweitert das Spiel um zusätzliche Szenarien und ein komplett überholtes Kampfsystem. Die Story um den Tech-Konzern Shinra, der rücksichtslos die Ressourcen des Planeten ausbeutet, ist heute aktueller denn je und der semi-depressive Protagonist Cloud Strife hat das Zeug zum Posterchild der Generation Billie Eillish.
Das funktioniert:
Das Kampfsystem bietet einen fordernden Mix aus Action und quasi-rundenbasierter Taktik. Story und Gameplay sind damit bereits jetzt auf der sicheren Seite.
Das könnte schiefgehen:
Das Remake wird gestückelt erscheinen – wie umfangreich sind die einzelnen Teile und wie lange müssen wir auf das komplette Spiel warten?

5/5 Sterne

Pokémon Schwert & Schild (Gamefreak/Nintendo)

Release: 15. November 2019 für Nintendo Switch
Genre: Rollenspiel
Darum geht’s:
Ein Vierteljahrhundert nach Debüt der Serie erhalten Pikachu, Glurak und Co. ihren ersten vollwertigen Auftritt auf einer Heimkonsole (jaja, die Switch ist auch portabel, schoguet!). Schauplatz ist die Galar-Region, die sich mit ihren weiten Ebenen, der Backstein-Architektur und den idyllischen Dörfchen grosszügig am ländlichen England bedient. Wenig neues gibt’s an der spielerischen Front; «Pokémon Schwert & Schild» bietet die klassische Kost an rundenbasierten Kämpfen und suchterzeugender Sammelwut – gotta catch’em all!
Das funktioniert:
Es ist Pokémon, das Spielprinzip ist unkaputtbar und unverändert spassig.
Das könnte schiefgehen:
Vereinzelt schaut das Spiel optisch regelrecht billig aus und ist damit weit entfernt vom üblichen Nintendo-Feinschliff. Neuerungen oder gar Innovation sucht man vergebens.

3/5 Sterne