Star Wars Jedi: Fallen Order – The Return of the Singleplayer


Das Jahr 2019 ist ein «Star Wars»-Jahr. Mal wieder. Bei Disney+ startete jüngst «The Mandalorien» und im Dezember erwartet uns Episode IX im Kino des Vertrauens. Passend dazu liegt auch ein neues Spiel im Regal.


von Andy Meier

In jüngster Vergangenheit suchen lichtschwertschwingende Videospieler oft vergebens nach gepflegter Einzelspieler-Unterhaltung. Der Story-Modus wurde auf Kosten grosser Multiplayer-Schlachten schlicht gekappt oder auf ein Minimum reduziert. Entsprechend euphorisch hatte die Community die Ankündigung von «Star Wars Jedi: Fallen Order» aufgenommen, sollte das Spiel doch die lange vernachlässigte Lücke füllen. Und diese Euphorie war wohl platziert, denn das Action-Game wartet mit einem «Star Wars»-Gaming-Erlebnis auf, über das BB-8 sagen würde «Be-Bo-Beeeep», was frei übersetzt heisst «Geiler Scheiss, Alter».

Jedi-Soulslike im Uncharted-Kostüm

Schnell wird klar, welche Franchises sich Entwickler Respawn zum Vorbild genommen hat. Vereinfacht heruntergebrochen bietet das Game eine Mischung aus der «Uncharted»- und der «Dark Souls»-Reihe, ohne dabei aber die gnadenlose Härte eines zweiteren zu repräsentieren und leider ist auch die Präsentation noch ein ganzes Stück von Naughty Dogs Adventure-Serie weit weg. Hübsch anzusehen sind die Zwischensequenzen nichtsdestotrotz allemal. Das wichtigste aber: Es macht verdammt Spass, sich durch die Übermacht an Stormtroopers und den weiteren imperialen Feinden zu metzeln. Die Lichtschwert-Kämpfe steuern sich exakt und die Kämpfe gehen trotz Anspruch flott von der Hand. Zwischendurch wartet ein extra starker Obermotz auf Haue und es werden nicht allzu komplizierte Rätsel gelöst.

Welche Macht darfs denn sein?

Auf dem Weg durch die Story gibt es immer wieder Erfahrungspunkte abzusahnen. Jene stecken wir in weitere Angriffsmanöver, längeres Durchhaltevermögen oder – der interessanteste Punkt – zusätzliche Macht-Finessen. Damit schubsen wir die gegnerischen Streitkräfte über Level-Kanten oder verlangsamen die Zeit. All das zehrt am separaten Energiebalken und ist damit nicht endlos einsetzbar. Ohne diese zusätzlichen Fähigkeiten sähen wir aber auch alt aus im Kampf gegen das Imperium. Das Spiel ist auch auf dem zweit leichtesten Schwierigkeitsgrad kein Selbstläufer. Wer es härter mag, reguliert weiter nach oben. Der leichteste Modus ist allerdings nicht empfehlenswert, da so tatsächlich der Reiz des Spiels zusammen mit jeglichen Herausforderungen verloren geht. Den benötigen wir dank äusserst fair gesetzten Rücksetzpunkten und aktivierbaren Abkürzungen aber auch nicht.

Solides Säbelrasseln

Das Spiel reisst grafisch keine Bäume aus, untermalt die durchaus hübschen unterschiedlichen Planten aber stets mit glanzvoller «Star Wars»-Musik. Dazu kommen die tadellose Spielbarkeit und eine konstante Motivation, den eigenen Charakter doch noch etwas besser zu machen. Die Zuckersäckli-Weisheit «Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht» trifft hier den Nagel auf den Kopf. Da die Spieldesigner ausschliesslich von den Genre-Besten abgeschaut haben, erwartet uns Spieler hier ein durchwegs unterhaltsames und richtig gut gemachtes «Star Wars»-Spiel.

4 von 5 Sterne

Ab jetzt für PS4, Xbox One und PC

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